Krampfadern, Varizen und schwere Beine

Patienten mit Venenerkrankungen leiden oft unter schweren Beinen mit Schwellneigung und Hautjucken. Es kommt zu ächtlichen Wadenkrämpfen und Schmerzen im Verlauf der erweiterten Venen

Bei einem Krampfaderleiden (auch Varikose oder Varikosis) handelt es sich um eine degenerative Erkrankung der Venenwände des oberflächlichen Venensystems der Beine. Unter dem Einfluss verschiedener Faktoren können sich im Laufe der Zeit Beinvenen in unterschiedlicher Ausprägung erweitern und funktionsuntüchtig werden und fallen dann als Krampfadern durch Verfärbungen und einen geschlängelten bis knotigen Verlauf auf. Ursächlich ist hierfür häufig eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche. Das Venenleiden gehört zu einer Volkskrankheit. Jeder sechste Mann und jede fünte Frau hat ein chronisches Venenleiden. Die Zahlen zeigen, dass Venenkrankheiten insgesamt nach wie vor eine hohe Prävalenz aufweisen. Unbehandelt führt das Venenleiden zu Komplikationen, die anfangs an Hautveränderungen erkennbar sind, später aber auch zu offenen Beinen oder sogar zu einer Lungenembolie führen können. Zur Diagnosefindung stehen neben der körperlichen Untersuchung, schmerzfreie apparative Maßnahmen zur Verfügung. Goldstandard ist die farbcodierte Duplexsonografie der Beinvenen, eine Ultraschalltechnik zur Darstellung der Gefäße und deren Blutfluss. Therapieziele sind zum einen Schmerz- und Beschwerdefreiheit, zum anderen die Verhinderung von Folgeschäden wie Unterschenkelödeme, Verdickung der Haut, Venenentzündung (Varikophlebitis), Hyperpigmentierungen (Verfärbungen) und offenes Bein (Ulcus cruris).

Nicht jede Krampfader muss entfernt werden

Es gibt unterschiedliche Formen des Krampfaderleidens:
Stammvarikose: Funktionsstörung der großen und der kleinen Rosenvene (Vena saphena magna, Vena saphena parva)
Seitenastvarikose: funktionsgestörte Seitenäste der großen Stammvenen
Perforansvarikose: funktionsgestörte Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem
Retikuläre Varikose: funktionsgestörte kleine Venen unmittelbar unter der Haut (1 – 3 mm Durchmesser)
Besenreiser-Varikose: funktionsgestörte kleinste Venen der Haut.

Nach der Diagnosestellung werden individuelle Therapiekonzepte erstellt, die von einer einfachen Verödung bis hin zur operativen Sanierung der Krampfadern reichen können. Als Therapieoptionen bestehen neben der Kompressions- und Sklerotherapie (Verödungstherapie), Miniphlebektomie (Entfernung der Seitenäste), Endovenöse (vom Inneren der Vene aus) Lasertherapie oder Radiofrequenztherapie, Crossektomie (Leistenschnitt) und Stripping (Ziehen) der Stammvarizen (d.h. der Hauptäste). Alle diese Maßnahmen werden in der Regel ambulant durchgeführt.

Kalt duschen und flache Schuhe

Günstige Verhaltensweisen bei Krampfadern und schweren Beinen sind das Bett-Fuß-Ende leicht zu erhöhen, kaltes Abduschen der Beine, flache Schuhe tragen, viel Laufen und das Vermeiden von langem Stehen oder Sitzen.

Autor: Leiter Schwerpunkt Phlebologie Christoph Rösch an der Steigerwaldklinik Burgebrach und Leiter der Praxis für Gefäßmedizin und Phlebologie im MVZ Burgebrach