
Menschen über 60 sollten besonders gut auf sich und ihre Gesundheit achten – eine Grippeschutzimpfung gehört dazu. Foto: djd/Sanofi/Getty
Wer die 60 überschritten hat, kennt bestimmt Erfahrungen wie diese: Der feuchtfröhliche Samstagabend steckt plötzlich die halbe Woche in den Knochen, eine banale Erkältung wird nicht mehr nebenbei „erledigt“, sondern setzt einen tagelang außer Gefecht, und überhaupt nimmt man plötzlich jedes Virus mit, während früher der Kontakt mit schniefenden und fiebernden Kindern ohne gesundheitliche Folgen überstanden wurde. Kurz: Mit zunehmendem Alter werden das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers langsam schwächer.
Lieber impfen als abtauchen
Umso wichtiger ist es dann, in puncto Gesundheit noch besser auf sich aufzupassen. Viele Senioren tun das ganz bewusst: Sie geben das Rauchen auf, trinken weniger Alkohol, achten auf gesunde Ernährung und legen viel Wert auf Hygiene, wie zum Beispiel häufiges Händewaschen. Oft wird auch besondere Vorsicht im Umgang mit Erkrankten an den Tag gelegt, oder der Kontakt mit Menschenansammlungen gemieden. Das kann aber gerade in den Wintermonaten, wenn neben harmlosen Atemwegsinfekten auch die gefährliche echte Grippe (Influenza) grassiert, auf Dauer einsam machen.
Denn die Grippeviren können praktisch überall lauern – bei Familientreffen, im Bus, im Einkaufszentrum oder bei der Arbeit. Um sich völlig von möglichen Überträgern fernzuhalten, müsste man quasi „abtauchen“ und alle Kontakte und Aktivitäten einstellen. Eine bessere Alternative ist die Grippeschutzimpfung. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausdrücklich für Menschen ab 60 Jahren empfohlen und kann sowohl das Risiko einer Erkrankung als auch die Gefahr schwerer Verläufe deutlich senken. Ab der Saison 2018/2019 bietet die neue Vierfach-Grippeschutzimpfung sogar noch breiteren Schutz als bisher, weil sie mehr Grippevirenstämme abdeckt als die bisher verwendeten Dreifach- Grippeimpfungen. Deshalb wird der Vierfach-Grippeimpfschutz jetzt von den gesetzlichen Krankenkassen voll übernommen. Um für die nächste Grippewelle gut gerüstet zu sein, sollten Senioren schon jetzt im November einen Impftermin bei ihrem Hausarzt ausmachen. Denn das Immunsystem braucht einige Zeit, um den Impfschutz aufzubauen – und im höheren Alter arbeitet es langsamer. Bei rechtzeitiger Impfung steht dann auch im Winter fröhlichen Familienfesten, Kartenspielrunden oder Einkaufsbummeln nichts mehr im Wege.
Grippeimpfung bei Grunderkrankungen
Generell wird eine Grippeschutzimpfung Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Besonders wichtig ist sie, wenn zusätzlich Grunderkrankungen wie Diabetes, Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen bestehen. Denn Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Krankheitsverläufe. Studien haben ergeben, dass die Gesamtsterblichkeit von Diabetikern über 65 durch eine Grippeimpfung um 38 Prozent gesenkt werden kann.