Fester Biss bis ins Hohe Alter

Gerade im Alter ist der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt unerlässlich

Gerade im Alter ist der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt unerlässlich

Bedingt durch die verbesserte medizinische Versorgung und den demografischen Wandel hat sich auch im Bereich der Zahnmedizin einiges gewandelt. Die Patienten werden einerseits immer älter und behalten auch vergleichsweise deutlich länger ihre eigenen Zähne, allerdings sind diese Patienten häufiger multimorbide (Sie leiden an mehreren Krankheiten, z.B. Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Knochenerkrankungen, etc.) und nehmen teilweise sehr viele Medikamente ein.

Diese Tatsachen verlangen den Behandlern ein allgemeinmedizinisch breiter aufgestelltes Grundwissen ab. Interaktionen zwischen bestimmten Medikamenten müssen erkannt und richtig beurteilt werden. Auch für die Behandlung selber bedarf es manchmal etwas Kreativität – denn auch der Anteil, der in Pflegeheimen untergebrachten, immobilen Patienten steigt weiter an. Gerade für zahnmedizinische Eingriffe benötigt man normalerweise sehr viel Equipment um „lege artis“ arbeiten zu können, was sich in den Einrichtungen so gut wie nicht verwirklichen lässt. Dennoch sollten Patienten und Angehörige niemals scheuen einfach mal beim Zahnarzt nachzufragen, ob eine „außerplanmäßige“ Behandlung – auch zuhause – möglich ist. Generell ist es wichtig, anzuerkennen, dass es dem Großteil der älteren Patienten für ihre Behandlung und Therapie wichtig ist im Nachhinein beschwerdefrei, angstfrei, zufrieden und ohne große Belastung leben zu können.

Ferner gibt es einige Veränderung an den Zähnen, der Schleimhaut und den knöchernen Strukturen im Mund, die häufig vorzufinden sind. Zahnschmelz und Dentin durchleben zum Beispiel ganz natürlich eine Strukturveränderung im Laufe eines Lebens – es können Risse entstehen, die Zähne werden transparenter und etwas dunkler, die Kauflächen und Schneidekanten nutzen sich ab und auch die  Empfindlichkeit des Zahnnervs sinkt. Neben diesen ganz normalen Alterserscheinungen tritt aber oftmals vermehrt Karies an freiliegenden Wurzeloberflächen oder an Kronenrändern auf. Auch ist es ganz natürlich, dass die Motorikfähigkeiten und die Sehkraft mit zunehmendem Alter verringert sind. An dieser Stelle ist es erneut wichtig,  dass der behandelnde Arzt ganz genau bedenkt mit welchem möglichen neuen Zahnersatz sein Patient auch die nächsten zehn Jahre bezüglich auf Handhabung, Reinigung und Haltbarkeit glücklich wird und seine häusliche Zahnpflege bewältigen kann. Im Hinblick auf all diese Herausforderungen sind einige Behandlungsgrundsätze ganz wichtig geworden. Denn auch der komplett zahnlose und mit einer „Vollprothese“ versorgte Kiefer muss regelmäßig begutachtet werden um Schleimhautveränderungen frühzeitig erkennen zu können.

Prothesen mit Klammeranteilen sollten immer so gestaltet sein, dass ein motorisch eingeschränkter Patient sich beim Einsetzen nicht verletzt (Klammern möglichst „nach vorne“ öffnen). Ein ganz wichtiger Punkt ist die regelmäßige Prophylaxe und Tiefenfluoridierung der bestehenden gesunden Zähne. Bei den Hygieneinstruktionen sollten sich die Fachangestellten vor Allem auf die Stärken jedes einzelnen Patienten einrichten und diese gezielt fördern.

In der letzten Zeit gab es immer mehr Bemühungen der Pflegeheime Kooperationsverträge mit Zahnärzten abzuschließen, die eine Anschaffung von mobilen Behandlungseinheiten attraktiver machen und eine (fast) flächendeckende Versorgung der Patienten ermöglichen sollen.

In der Alterszahnheilkunde wird also viel getan, um sich dem betagteren Klientel anzupassen und um auf diesem Gebiet „am Ball“ zu bleiben.

 

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