
Laut Statistik führt jeder 5. bis 10. Sturz zu Verletzungen, die oftmals im Krankenhaus behandelt werden müssen
Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Am 21. Dezember ist bereits Winteranfang. Es wird auch früher dunkel, so dass man eventuelle Hindernisse (rutschige Blätter, Eis, Schnee) nicht so leicht erkennen kann. Zumal wenn die elektrische Beleuchtung zu wünschen übrig lässt. Die Sturzgefahr steigt dadurch dramatisch an. Insbesondere Senioren sind stark gefährdet, da ihre motorischen Fähigkeiten nachlassen, und sie das Gleichgewicht leichter verlieren. Ab dem 65. Lebensjahr stürzen Personen ca. einmal pro Jahr, über 80Jährige noch häufiger.
Verletzungen heilen im Alter langsamer
Zu einem Ausrutscher kommt es schneller als man denkt. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist es passiert, teilweise mit drastischen Folgen. Hämatome, Prellungen oder Verstauchungen sind da noch die harmlosesten. Bei Frakturen, beispielsweise einem Oberschenkelhalsbruch, oder Quetschungen sieht das schon anders aus. Selbst tödliche Verletzungen sind nicht ausgeschlossen. Schuld sind nicht selten ungeeignete Schuhe oder zu schnelles Gehen. Ältere Mitbürger verlieren oft nach einem Sturz das Vertrauen in den eigenen Körper, haben Angst wieder hinzufallen und gehen deshalb nicht mehr nach draußen. Dies führt aber zu Bewegungsmangel mit all seinen negativen Folgen.Empfehlenswert ist in dieser Jahreszeit deshalb ein winterfestes Schuhwerk mit genügender Profiltiefe und einer weichen Sohle.
Der Handel hält Schuhspikes (eng. Stachel) bereit, die man über die Schuhe ziehen kann. Für Gehstöcke gibt es sogar Spikes auf Rezept. Ausgediente Socken über die Schuhe gezogen saugen Nässe auf und verringern dadurch das Risiko auszurutschen. Um im Dunkeln besser gesehen zu werden ist es ratsam helle, besser noch reflektierende, Kleidung zu tragen.
Einkäufe in Rucksack verstauen
Geräumte und gestreute Wege bieten mehr Sicherheit. Dafür sollte man auch einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Einkäufe sind in einem Rucksack besser aufgehoben als in einer Einkaufstasche. Dadurch hat man die Hände frei, aber nicht um sie zum Wärmen in die Hosentasche zu stecken. Einen Sturz kann man dann vielleicht nicht mehr rechtzeitig abfangen. Hierbei sollte man sich nicht auf die Hände stützen. Ein Bruch des Handgelenks könnte die Folge sein. Besser ist es, die Unterarme vor das Gesicht zu halten und die Hände auszustrecken. Handschuhe, Fäustlinge wärmen besser als Fingerhandschuhe, sind hier die bessere Wahl. Am besten geht man langsam mit kurzen Schritten. Beim Radfahren sollte man ebenfalls sehr vorsichtig sein. Gehunsichere sollten möglichst eine vertraute Person als Begleitung mitnehmen.Es wird auch empfohlen eine Taschenlampe mitzuführen um dunkle Stellen ausleuchten zu können.
Volkshochschulen geben spezielle Kurse
Die Volkshochschulen bieten Kurse zur Sturzprophylaxe und Seniorengymnastik. Pilates oder Yoga sind ebenfalls sehr hilfreich. Um sich zusätzlich abzusichern sollte man eine Unfallversicherung mit erweitertem Unfallbegriff abschließen, die die Einnahme von Medikamenten und Gleichgewichtsstörungen mit einschließt.
Sturzrisiko im Alter
Jeder 5. bis 10. Sturz führt zu Verletzungen:
- ca. 5% Frakturen
- ca.1-2% Oberschenkelhalsfrakturen
- ca. 300.000Krankenhausaufenthalte
Quelle: Sturzstatistik 2014, Seniorenheim Theresianum
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