Achtung Zecken!

Mit den ersten warmen Tagen sind schon wieder die Zecken da! Ab 7° Celsius werden die Zecken aktiv. Schon gibt es die ersten „Zeckenbisse“ – oder: „Zeckenstiche“? Entgegen der üblichen Ausdrucksweise handelt es sich um Stiche: Zecken haben ein mit Widerhaken versehenes Stechwerkzeug (Hypostom). Durch den Stichkanal bringen die Zecken ihren Speichel in die Haut des Opfers, um die Einstichstelle zu betäuben und die Blutgerinnung zu hemmen. Im Speichel und im Mageninhalt können verschiedenste Krankheitserreger und allergieauslösende Stoffe sein.

Zecken gehören zu den Spinnentieren und haben daher 8 Beine. In Europa ist von den ca. 900 Zeckenarten fast ausschließlich der „Gemeine Holzbock“ verbreitet. Zecken leben insbesondere im Wald und am Waldrand auf Gräsern und niedrigen Büschen und werden da von ihren Opfern „aufgegabelt“. Im Gegensatz zu Mücken stechen Zecken nicht sofort, sondern suchen sich erst eine geeignete Einstichstelle, was mehrere Stunden dauern kann und uns die Chance gibt, sie noch rechtzeitig vor dem Stich zu entdecken.

Die wichtigsten Krankheiten durch Zeckenstich:

Die Borreliose wird durch Bakterien (Borrelia burgdorferi) erzeugt. Bis zu 30 % der Zecken in Deutschland sind infiziert. Die Borrelien befinden sich dann im Magen der Zecke. Die Zecke würgt meist erst 24 bis 36 Stunden nach dem Stich Mageninhalt in die Wunde des Opfers. Daher kann bei frühzeitiger Entfernung einer infizierten Zecke eine Übertragung der Borreliose meist verhindert werden. Eine Infektion ist oft (85 %) durch eine sich allmählich ringförmig um die Einstichstelle ausbreitende Hautrötung erkennbar. Die Symptome der Erkrankung sind vielfältig, insbesondere können Gelenkbeschwerden und Nervenstörungen bis hin zu Lähmungen auftreten. Weil Borrelien gut mit Antibiotika behandelt werden können, sollte man möglichst rasch einen Arzt aufsuchen, um nach Diagnosestellung frühzeitig mit der Antibiotika-Therapie zu beginnen.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Viruserkrankung. Sie kann Hirnhaut-, Gehirn- und Rückenmarkentzündungen verursachen. Die ersten Symptome treten wenige Tage bis 4 Wochen nach der Infektion auf. Da die FSME-Viren sich in den Speicheldrüsen der Zecken befinden und mit dem Speichel der Zecke übertragen werden, findet die Infektion sofort beim Stich der Zecke statt und eine baldige Entfernung der Zecke kann dies dann leider nicht mehr verhindern. Die ersten Symptome sind wie bei einer Grippe, im Weiteren kann sich eine lebensgefährliche Gehirnentzündung mit Lähmungen ausbilden. Da gegen FSME-Viren Antibiotika wirkungslos sind, kann nur symptomatisch behandelt werden. Aber: Es gibt eine gutverträgliche Impfung, die vor der Erkrankung schützt! Franken liegt mitten in einem Risikogebiet für FSME (bis 5 % der Zecken sind infiziert!). Daher mein dringender Tipp an Sie: Lassen Sie sich impfen!

Zum Autor:
Chefarzt Dr. med. M. Schöler,
Facharzt für Innere Medizin
Chefarzt der Fachabteilung Innere Medizin an der Juraklinik Scheßlitz
Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH